„Reichsbewegte und Querdenkende“

Der Arbeitskreis Stolpersteine Rehburg-Loccum lädt ein zum Vortrag mit Andres Speit am Dienstag, 28. Februar, 19.30 Uhr, im Saal der „Romantik Bad Rehburg“.

taz-Leser kennen Andreas Speit durch seine Kolumne „Der rechte Rand“. Der Journalist ist Experte für alles, was sich an diesem Rand befindet und bewegt. Nach Bad Rehburg kommt er mit einem Vortrag über sogenannte „Reichsbürger“ und Querdenkende – aus aktuellem Anlass.

Ablehnung von Demokratie aus der Mitte der Gesellschaft

 Das Grundgesetz hat für Reichsbewegte und „Querdenkende“ keine Gültigkeit – teils aus unterschiedlichen Motiven. Die Tendenz der Delegitimierung des Staates und zu Verschwörungsnarrativen haben beide Bewegungen jedoch gemein. Die Ablehnung von Aufklärung, Demokratie, Liberalismus und Humanismus beschränkt sich unterdessen nicht auf das herkömmlich rechte Milieu, sie besitzt eine lange Kontinuität im alternativ-bürgerlichen Milieu.

Diese Weltbilder einer „gekränkten Freiheit“, die sich emanzipatorisch gebärdet, aber rechtes Gedankengut verbreitet, hinterfragt Andreas Speit in seinem Vortrag.

Vortrag bei der VHS Nienburg

Am Mittwoch, den 1. Februar 2023, um 15 Uhr ist Hermann Voepel wieder zu im Nienburger vhs-Haus in der Rühmkorffstraße 12 zu Gast. Er wird in einem Reisebericht aus Peru seine ganz besonderen Eindrücke schildern. Alle Informationen für Sie im Überblick:

Zum Inhalt:

Peru ist ein Land voller Gegensätze und wunderbarer Landschaften. Von der Hauptstadt Lima mit der reichen spanischen Geschichte sowie den unermesslichen Schätzen der Inka-Zeit, wo es fast nie regnet, geht es über Arequipa in die Anden und ins Colca Tal, wo der Condor kreist. Am Titicacasee besuchen wir die Uros auf ihren schwimmenden Schilfinseln. Anschließend geht es ins Zentrum der Inka-Kultur nach Cuzco und natürlich zur geheimnisvollen Stadt Machu Picchu.

Im Amazonasgebiet bei Puerto Maldonado erkunden wir den tropischen Regenwald mit ihrer Tier- und Pflanzenwelt. Zum Abschluss gibt es einen Ausflug in die Dünenlandschaft bei Ica und zu den Ballestas Inseln mit ihrer reichen Seevögelwelt.

Eintritt:

3,- Euro. Bezahlung nur bar an der Tageskasse.

Zur Anmeldung:

·         Eine Anmeldung ist per E-Mail an vhs@kreis-ni.de oder persönlich im der Rühmkorffstr. 12 in Nienburg mit Angabe der Kursnummer 23A1A270 erforderlich.

·         Anmeldeschluss: Mittwoch, der 25. Januar 2023

Veranstaltung: Geflüchtete Roma in Europa. Diskriminierung und Rassismus

Veranstaltung unseres Kooperationspartners WABE e.v.

Do, 01.12.2022, 16:00 – 17:30 Uhr

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Die Solidarität mit Geflüchteten aus der Ukraine ist groß. Diese Solidarität verschwindet jedoch sehr schnell, wenn es sich bei den Geflüchteten nicht um weiße Menschen handelt. Roma erleben seit Beginn des Krieges Diskriminierung und Rassismus. Auf der Flucht und in den Unterstützungsstrukturen. Dies ist nichts Neues – die Abwehr geflüchteter Roma hat eine lange Tradition. Sie führt uns zurück zu den Kriegen in Jugoslawien, zum Pogrom in Rostock-Lichtenhagen und zu Abschiebungen von in Deutschland geborener Menschen in Länder, in denen sie noch nie waren.

Das Roma Center/ Roma Antidiscrimination Network arbeitet seit vielen Jahren zu Flucht und Migration von Roma, gegen Diskriminierung sowie im Kontext Gedenken.

Das Roma Center/ Roma Antidiscrimination Network arbeitet bundesweit und international zur Situation geflüchteter Roma aus Ex-Jugoslawien, der Ukraine und anderen Ländern sowie zur allgemeinen Lage von Roma in Europa mit Fokus auf Bleiberecht, Diskriminierung und Rassismus. Dazu wurden u.a. mehrere Recherchereisen unternommen, darunter in 2022 nach Polen und Tschechien. Politische Bildung und Empowerment sind ebenso Schwerpunkte derArbeit, wie Gedenken und Öffentlichkeitsarbeit sowie Beratung von Roma bei Diskriminierung und zum Aufenthalt. Auf der Webseite des Roma Antidiscrimination Networks www.ran.eu.com veröffentlich das Roma Center über viele dieser Themen.

Die Veranstaltung richtet sich sowohl Menschen, die mit Geflüchteten arbeiten, im antirassistischen Kontext aktiv sind sowie auch an alle, die sich für das Thema interessieren, und bietet nach dem Input des Roma Centers/ RAN Raum für Fragen.

Das Weser-Aller-Bündnis: Engagiert für Demokratie  & Zivilcourage (WABE) wird gefördert vom Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend im Rahmen des Bundesprogramms „Demokratie leben!“.

Anmeldungen können bis zum 28. November unter Telefon 04231/12-457 oder per E-Mail unter info@wabe-info.de erfolgen. 

Die Teilnahme ist kostenlos.

Veranstalter/Verantwortlich:

WABE e.V.

Rudi Klemm

Holzmarkt 15

27283 Verden

Tel. 04231/12-456

E-Mail: klemm@wabe-info.de

Kooperationspartner*innen:

Roma Center e.V.
Stadt Verden (Aller)
Abteilung Inklusion und Integration

Einlassvorbehalt:

Für Menschen, die einen Ort suchen, an dem sie ihre rassistischen, sexistischen, homophoben oder anderweitig menschenverachtenden Ansichten verbreiten können, ist bei der Veranstaltung kein Platz.

Die Veranstalter:innen behalten sich gemäß § 6 Versammlungsgesetz vor, den Teilnehmer:innenkreis der Veranstaltung einzuschränken 
und von ihrem Hausrecht Gebrauch zu machen.

Personen, die rechtsextremen Parteien oder Organisationen angehören, der rechtsextremen Szene zuzuordnen sind oder bereits in der Vergangenheit durch rassistische, sexistische, nationalistische, militaristische, antisemitische oder sonstige menschenverachtende Äußerungen in Erscheinung getreten sind, sind von der Veranstaltung ausgeschlossen.

Die Veranstalter:innen

Veranstaltungsort
Digital, via Zoom

Mädchen*treff im Dialoghaus Hamburg


Das Jugendforum des CJD stellt auf Instagram eine Aktion des Mädchen*treffs des Haus der Generationen vor:

Heute stellen wir euch ein gefördertes Projekt vor! 
Der Mädchen*Treff des Mehrgenerationenhauses Stolzenau besuchte Ende Juli das Dialoghaus in Hamburg und nahm an der Führung „Dialog im Dunkeln“ teil. Dabei setzten sie sich damit auseinander, wie sich der Alltag für sehbehinderte und blinde Menschen gestaltet und mit welchen Hindernissen sie konfrontiert werden. 

Ein tolles Projekt! Ihr habt auch eine Projektidee? Wir fördern Projekte, die Demokratie, Zivilcourage und die Beteiligung von Kindern und Jugendlichen fördern und/ oder sich gegen Rechtsextremismus und gruppenbezogene Menschenfeindlichkeit stellen.

https://www.cjd-nienburg.de/unser-angebot/migration/jugendmigrationsdienst-jmd/jugendaktionsfonds-und-wabe-jugendforum/

Aktuelle Meldung!

13.3.2020, 12:10 Uhr
Soeben erreicht uns die Mitteilung des Nds. Kultusministeriums, dass ab kommenden Montag auch in Niedersachsen der Betrieb von Schulen und Kindertageseinrichtungen eingestellt wird:
 
An öffentlichen allgemein und berufsbildenden Schulen findet ab dem kommenden Montag (16.03.2020) kein Unterricht statt. Nach bisherigem Stand soll die Maßnahme bis zum 18.04.2020 gelten. Ausnahme: Für Abiturientinnen und Abiturienten findet ab dem 15.04.2020 Unterricht statt. Auch an Schulen in freier Trägerschaft wird kein Unterricht stattfinden. Kindertageseinrichtungen, Horte und Einrichtungen der erlaubnispflichtigen Kindertagespflege bleiben ebenfalls bis zum 18.04.2020 geschlossen.
 
Das heißt für uns, dass auch Volkshochschulkurse und alle anderen Gruppenveranstaltungen, Lerntreff, Frauenfrühstück, Lernförderung usw. bei uns im Haus mindestens bis zum 18. April nicht stattfinden werden!
Ob Kurse verschoben werden, definitiv ausfallen müssen oder wann unterbrochene Kurse fortgesetzt werden, können wir momentan noch nicht sagen und bitten um Ihr Verständnis.
Es finden also zurzeit nur noch Einzelberatungen im Haus der Generationen statt – und wer sich krank fühlt, sagt bitte auch diese rechtzeitig ab…

Rechte Bewegungen auf dem Land Andrea Röpke: „Völkische Landnahme“ – Buchvorstellung und Diskussion

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Die Vorstellung des neuen Buches von Andrea Röpke und Andreas Speit mit dem Titel „Völkische Landnahme“, Untertitel „Alte Sippen, junge Siedler, rechte Ökos“, würde Interesse hervorrufen, soviel war klar. Dass sich aber im Mehrgenerationenhaus „Haus der Generationen Stolzenau“ so viele Interessierte einfinden würden, war nicht abzusehen.

Organisiert wurde die Veranstaltung als Kooperationsprojekt des Vereins „Haus der Generationen Stolzenau e.V.“ mit der „Dokumentationsstelle Pulverfabrik Liebenau e.V.“, in der Verantwortung von WABE im Rahmen des Bundesprogramms „Demokratie leben“ – und 65 Menschen aus dem ganzen Landkreis und darüber hinaus waren gekommen, um sich über das Thema Rechtsextremismus zu informieren, mit dem sich die anwesende Journalistin und Politologin Andrea Röpke nun schon seit 25 Jahren beschäftigt.

„Beliebt macht diese Arbeit nicht“, so die Autorin. Auch Andrea Röpke wird, wie viele andere engagierte Menschen in der Bundesrepublik, auf einer der vielen Listen der Rechten geführt, und ihr neues Buch, mit dem sie die Verbreitung von Gesinnung und Lebensweise Völkisch-Rechter aufzeigt, wurde jüngst mit einer außergerichtlichen Welle von Abmahnversuchen überzogen. Sie und ihre Kolleg*innen sollen ihre Arbeit und ihr Engagement aufgeben, doch Andrea Röpke lässt sich nicht einschüchtern: „Wir wollen mit unseren Recherchen wachrütteln und mit dem Angebot von Vorträgen ebenjene Menschen erreichen, die in die Gesellschaft hineinstrahlen,“ so sagte sie kürzlich in einem Interview.

Die Zuhörer*innen wachzurütteln, das ist ganz sicher an dem Abend im Mehrgenerationenhaus gelungen. Es wurde mehr als deutlich, dass rechtsradikale Strömungen nicht nur ein ostdeutsches Phänomen, sondern direkt vor der Haustür zu finden sind. Auch hier in Niedersachsen und im angrenzenden Ostwestfalen leben viele Familienverbände und rechte Bünde die völkische Ideologie.

„Wir reden von ‚Landnahme‘, weil sich einerseits die Ideologie unter anderem über die AfD ausbreitet und andererseits auch die völkischen Siedler immer mehr werden.“ Engagierte nationalistische Eltern und Pädagog*innen mit rechtem Hintergrund gehören schon zur Normalität, viele freie Kindergärten und Schulen haben Probleme mit rechten Eltern, die sich einmischen und Einfluss gewinnen wollen. In kleinen Dörfern gibt es völkische Aktive, die sich aufgegebene Höfe suchen, um dort ihr rechtsnationales Gemeinschaftsleben zu praktizieren. Sie interessieren sich für ein natürliches Leben, einheimische Tierarten, regionale Traditionen und Vereinsleben und werden nicht selten für „Ökos“ gehalten, bis Rassismus und Antisemitismus zu Tage treten. Denn der Begriff ‚völkisch‘ bedeutet Ausgrenzung von allen, die nicht hier geboren wurden. Er benennt den Wunsch, alles abzulehnen, was nicht zum eigenen Volk gehört. Völkische Ideologie entstand Ende des 16. Jahrhunderts, richtete sich vor allem gegen Moderne und Liberalismus und wurde wichtiger Bestandteil des Nationalsozialismus. Dennoch: Manche Kommunen scheuen sich nicht, die Einrichtungen mit völkischem Hintergrund gar touristisch zu bewerben. Vielerorts wird noch immer völkisches, sogar nationalsozialistisches Gedankengut geduldet und auch die Nähe zum antisemitischen „Bund für Gotterkenntnis“ verharmlost.

Andrea Röpke warnt: „ Wenn wir nicht aufpassen, dann gelingt es diesen Strukturen, viele unserer sozialen Errungenschaften zunichte zu machen. Wir sollten die Aussagen und Strategien der völkischen Rechten daher sehr ernst nehmen.“ Wer den Vortrag von Andrea Röpke gehört hat und vielleicht noch das Buch „Völkische Landnahme“ liest, das inzwischen auch bei der Bundeszentrale für politische Bildung erhältlich ist, wird diese Warnung ganz sicher ernst nehmen und auch im eigenen Umfeld genauer hinsehen.

„Angekreuzt und aussortiert!“

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Der Arbeitskreis Stolpersteine Rehburg-Loccum wirbt für eine Veranstaltung – und wir teilen diese Ankündigung sehr gerne!

 

Eine szenische Lesung zum „Euthanasie“-Programm der Nazis mit dem Titel „Angekreuzt und aussortiert“ gestalten Jugendliche am Dienstag, 12. März 2019, 19.30 Uhr, in unserer Geschichtswerkstatt im Obergeschoss des Rehburger „Raths-Kellers“.

„Wollen Sie auch etwas über die anderen wissen?“ – Als unser Arbeitskreis 2014 mit den Recherchen zu den Opfern des Nationalsozialismus in Rehburg-Loccum begann, stellte eine ältere Einwohnerin diese Frage. Damals waren wir auf Spurensuche nach den Juden, die einst hier gelebt hatten. Und dann kam die Frage nach den „Anderen“.

Menschen mit geistigen oder körperlichen Behinderungen, mit Defiziten und auch psychischen Erkrankungen meinte die Frau und erzählte von einem Mädchen, das damals, als sie noch jung war und die Nazis regierten, oft an der Straße vor ihrem Elternhaus in Bad Rehburg stand und allen Menschen zuwinkte. Geistig beeinträchtigt sei das Mädchen wohl gewesen – und eines Tages einfach verschwunden.

So begann unsere Spurensuche nach Menschen, die heute als „Euthanasie“-Opfer bezeichnet werden. Nach solchen, die in die Psychiatrien oder „Kinderheilanstalten“ eingewiesen und systematisch getötet wurden. Und auch eine Spurensuche nach den Tätern.

Mittlerweile liegt ein Stolperstein für ein solches „Euthanasie“-Opfer in der Mardorfer Straße in Rehburg – und in 2019 werden wir einen weiteren Stein verlegen lassen: In Bad Rehburg für Erich Busack, der über die Heil- und Pflegeanstalt Wunstorf in eine der Tötungsanstalten der Nazis geschickt wurde.

Im Vorfeld dieser Stolperstein-Verlegung bieten wir einige Veranstaltungen an, die sich mit dem auseinandersetzen, was als „Euthanasie“-Programm der Nazis bekannt ist und haben vier Jugendliche gefunden, die sich mit diesem Teil der Geschichte auseinandersetzen und eine szenische Lesung dazu gestalten.

Lebensgeschichten von Opfern und auch von Tätern stellen die Jugendlichen in der Lesung vor. Sie machen einzelne Schicksale wie auch die perfiden Pläne der Nazis deutlich, die zur Ermordung von geschätzten 300.000 Menschen aus Gründen der „Rassehygiene“ führten – die von dem System „angekreuzt und aussortiert“ wurden. Das Kreuz, das die Gutachter des „Euthanasie“-Programms hinter die Namen der Menschen machten, kam einem Todesurteil gleich.

Martina Olbrich, Lehrerin am Gymnasium Stolzenau, hat die Texte zusammengestellt und führt Regie – wie schon in 2015, als wir diese Lesung zuerst aufführten. Musikalisch werden die Jugendlichen von Michael Las Casas dos Santos unterstützt und die Rolle des Predigers in der Lesung übernimmt Pastor Florian Schwarz. Der Eintritt zu der Lesung ist frei.

„Ein garstig Lied!“

Herzliche Einladung zur Veranstaltung unseres Kooperationspartners aus Rehburg-Loccum!

Einen Liederabend mit Gitarre, Protestsongs und einigen Anmerkungen dazu gestaltet Karsten Henne am Dienstag, 12. Februar 2019, 19.30 Uhr, in unseren Räumen im Obergeschoss des Rehburger Raths-Kellers.ansichtplakatgarstiglied1

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