Pressemitteilung der Bundesarbeitsgemeinschaft der Senioren-Organisationen e.V.

BAGSO-Pressemitteilung 12 / 2013
Bonn, 18.11.2013

Alle Generationen werden von der Umsetzung der Wahlversprechen bei der Rente profitieren

Bei ihrer Jahrestagung haben die deutschen Seniorenorganisationen darauf hingewiesen, dass von der Umsetzung der von Union und SPD gegebenen Zusagen bei der Rente nicht nur die heutige Rentnergeneration profitieren wird. Mehr als 100 Verbände, die in der Bundesarbeitsgemeinschaft der Senioren-Organisationen (BAGSO) zusammengeschlossen sind, berieten am 12. und 13. November in Bonn über sozial- und seniorenpolitische Fragen.

„Die Benachteiligung von Müttern, deren Kinder vor 1992 geboren sind, ist doppelt ungerecht, denn die Betreuungsangebote für diese Kinder waren, zumindest in Westdeutschland, noch viel weniger ausgebaut als heute. Eine höhere Bewertung der Erziehungsleistung ist daher geboten“, so die BAGSO-Vorsitzende und ehemalige Bundesfamilienministerin Ursula Lehr.

Eine spürbare Erhöhung der Erwerbsminderungsrenten ist, wie fast alle Parteien im Wahlkampf betont haben, dringend notwendig, um das Armutsrisiko – auch im Hinblick auf die spätere Altersrente – zu verringern. Denn wer seit 2012 eine solche Rente bezieht, bekommt im Durchschnitt nur noch etwa 600 EUR monatlich, also weniger als die Grundsicherung.

Einig waren sich Union und SPD im Wahlkampf auch darin, dass Gerechtigkeitslücken bei der Grundsicherung im Alter geschlossen werden müssen. Eine Möglichkeit wäre, Freibeträge für Ansprüche aus der gesetzlichen Rentenversicherung sowie aus der privaten und betrieblichen Vorsorge einzuführen.

Die Deutschen haben sich bei der Bundestagswahl auch für diese Reformen ausgesprochen. Sie wissen, dass es bei der Bekämpfung von Altersarmut nicht nur um die Rentnerinnen und Rentner von heute, sondern noch stärker um die von morgen geht.

Weitere Informationen zur BAGSO und ihren 110 Mitgliedsverbänden:

Bundesarbeitsgemeinschaft der Senioren-Organisationen e.V.

Ursula Lenz, Pressereferat

Bonngasse 10, 53111 Bonn

Tel.: 0228 / 24 99 93 18

E-Mail: lenz@bagso.de

www.bagso.de

Harke am Sonntag, 18.3.2012

Niedersächsische Mehrgenerationenhäuser arbeiten vernetzt  – Mehrgenerationenhäuser sind der Dorfbrunnen der Moderne
Hannover: Mehrgenerationenhäuser (MGH) sind Ersatzfamilie, sozialer Treffpunkt und kleine Volkshochschulen in einem. Ob es sich um den offenen Mittagstisch, Sprachkurse für MigrantInnen, PC-Kurse, haushaltsnahe Dienstleistungen, die Betreuung von SeniorInnen oder an Demenz erkrankten Menschen oder um freiwilliges Engagement handelt: Die insgesamt 60 Mehrgenerationenhäuser in Niedersachen und Bremen sind inzwischen zu einer Art Dorfbrunnen der Moderne geworden und nicht mehr aus der Gesellschaft weg zu denken.
Am 12. März trafen sich 80 VertreterInnen aller niedersächsischen und Bremer Mehrgenerationenhäuser zu einer Fachtagung in Hannover-Döhren. Organisiert wurde dieses Vernetzungstreffen von der Steuerungsgruppe des Netzwerks niedersächsischer Mehrgenerationenhäuser, finanziert unter anderem vom Verband Mehrgenerationenhäuser e.V. In beiden Gremien wirkt auch die Leiterin des Stolzenauer Mehrgenerationenhauses, Ute Müller, maßgeblich mit.
Frau Ursula Kopp, Vertreterin des Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend und Frau Karin Wild, Vertreterin des Bundesamtes für Familie und zivilgesellschaftliche Aufgaben sowie Frau Kofahl-Langmack und Frau Heckmann vom Niedersächsischen Ministerium für Soziales, Frauen, Familie, Gesundheit und Integration, und der Referent Herr Ulrich Mahner vom Niedersächsischen Städtetag überbrachten bei dem Treffen in Hannover Grußworte.
Alle Redner begrüßten den Start des Aktionsprogramms Mehrgenerationenhäuser II und lobten die guten Vernetzungsstrukturen in Niedersachsen. Herr Mahner berichtete von der anstehenden Mitgliederversammlung des Städtetags, die unter dem Motto „Zukunft vor Ort gestalten“ stehe. Die dauerhafte Existenz der Mehrgenerationenhäuser könne dazu beitragen, dass „Menschen in jeder Phase ihres Lebens Gemeinschaft erleben können“. Er forderte von Bund und Land, die Voraussetzungen für eine gesicherte Finanzierung gemeinsam mit den Kommunen zu schaffen.
Es  folgte ein Impulsreferat von Prof. Dr. Uta Meier-Gräwe, Universität Gießen, mit dem Thema „Mehrgenerationenhäuser: Dorfbrunnen der Moderne“. Frau Prof. Dr. Meier-Gräwe stellte in Ihrem Referat deutlich heraus, warum Mehrgenerationenhäuser eine zeitgemäße sozialräumliche Struktur sein können, um das Geben und Nehmen zwischen verschiedenen Generationen und sozialen Milieus mit ihren unterschiedlichen Ressourcen und Bedarfen im Alltag zu stärken. Prof. Dr Meier-Gräwe ging besonders auf die Arbeitsmarktorientierung der Mehrgenerationenhäuser als Dienstleistungsdrehscheiben ein,  denn sie hält die derzeitige Konzentration in der Beschäftigungsförderung auf Industrie und Handwerk für eine „sozio- ökonomische Blindflugthese“.  „ErzieherInnen, LehrerInnen und Krankenschwestern arbeiten extrem wertschöpfend; in diesem Bereich zu sparen, ist schlichtweg abenteuerlich!“
In der  anschließenden Diskussion wurde von allen Teilnehmenden deutlich herausgestellt, wie wichtig eine dauerhafte, nachhaltige Förderung und Vernetzung aller MGHs unabhängig von verschiedenen Förderprogrammen ist.
Den Nachmittag nutzten die TeilnehmerInnen, um in verschiedenen Workshops Erfahrungen und Ideen auszutauschen. Im Mittelpunkt standen dabei die vier neuen Handlungsschwerpunkte des Aktionsprogramm II: Alter und Pflege, Integration und Bildung, Angebot und Vermittlung von haushaltsnahen Dienstleistungen und Freiwilliges Engagement.
„Ich bin sehr froh, dass es gelungen ist, die Existenz des Hauses der Generationen als gefördertes Mehrgenerationenhaus für die nächsten drei Jahre zu sichern“, erläutert  Ute Müller, „denn ohne diese Förderung, an der sich nun schließlich  der ESF (Europäischer Sozialfonds), der Bund, das Land, der Landkreis und die Gemeinde beteiligen, hätten wir unser Angebot nicht in der jetzigen Form aufrecht erhalten können. Daran, dass es überhaupt ein neues Aktionsprogramm gibt, hat nicht zuletzt die Vernetzungs- und Öffentlichkeitsarbeit der niedersächsischen Häuser großen Anteil.“
Im Namen der Steuerungsgruppe niedersächsischer Mehrgenerationenhäuser
Ute Müller
Haus der Generationen
Mehrgenerationenhaus Stolzenau