Flyer EHAP BIBA Land

Eine Projektgruppe des Fachgymnasiums Sozialpädagogik der BBS Nienburg hat einen tollen Flyer für uns entworfen! Darin wird unser neues Beratungsangebot für EU-Zugewanderte im EHAP-Kooperationsverbund BIBA Land in vier Sprachen vorgestellt – ein wichtiger Teil der Öffentlichkeitsarbeit, den wir so alleine nicht hätten leisten können. Ein großes Dankeschön an Büsra &Co!IMG_4745

„Angekreuzt und aussortiert!“

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Der Arbeitskreis Stolpersteine Rehburg-Loccum wirbt für eine Veranstaltung – und wir teilen diese Ankündigung sehr gerne!

 

Eine szenische Lesung zum „Euthanasie“-Programm der Nazis mit dem Titel „Angekreuzt und aussortiert“ gestalten Jugendliche am Dienstag, 12. März 2019, 19.30 Uhr, in unserer Geschichtswerkstatt im Obergeschoss des Rehburger „Raths-Kellers“.

„Wollen Sie auch etwas über die anderen wissen?“ – Als unser Arbeitskreis 2014 mit den Recherchen zu den Opfern des Nationalsozialismus in Rehburg-Loccum begann, stellte eine ältere Einwohnerin diese Frage. Damals waren wir auf Spurensuche nach den Juden, die einst hier gelebt hatten. Und dann kam die Frage nach den „Anderen“.

Menschen mit geistigen oder körperlichen Behinderungen, mit Defiziten und auch psychischen Erkrankungen meinte die Frau und erzählte von einem Mädchen, das damals, als sie noch jung war und die Nazis regierten, oft an der Straße vor ihrem Elternhaus in Bad Rehburg stand und allen Menschen zuwinkte. Geistig beeinträchtigt sei das Mädchen wohl gewesen – und eines Tages einfach verschwunden.

So begann unsere Spurensuche nach Menschen, die heute als „Euthanasie“-Opfer bezeichnet werden. Nach solchen, die in die Psychiatrien oder „Kinderheilanstalten“ eingewiesen und systematisch getötet wurden. Und auch eine Spurensuche nach den Tätern.

Mittlerweile liegt ein Stolperstein für ein solches „Euthanasie“-Opfer in der Mardorfer Straße in Rehburg – und in 2019 werden wir einen weiteren Stein verlegen lassen: In Bad Rehburg für Erich Busack, der über die Heil- und Pflegeanstalt Wunstorf in eine der Tötungsanstalten der Nazis geschickt wurde.

Im Vorfeld dieser Stolperstein-Verlegung bieten wir einige Veranstaltungen an, die sich mit dem auseinandersetzen, was als „Euthanasie“-Programm der Nazis bekannt ist und haben vier Jugendliche gefunden, die sich mit diesem Teil der Geschichte auseinandersetzen und eine szenische Lesung dazu gestalten.

Lebensgeschichten von Opfern und auch von Tätern stellen die Jugendlichen in der Lesung vor. Sie machen einzelne Schicksale wie auch die perfiden Pläne der Nazis deutlich, die zur Ermordung von geschätzten 300.000 Menschen aus Gründen der „Rassehygiene“ führten – die von dem System „angekreuzt und aussortiert“ wurden. Das Kreuz, das die Gutachter des „Euthanasie“-Programms hinter die Namen der Menschen machten, kam einem Todesurteil gleich.

Martina Olbrich, Lehrerin am Gymnasium Stolzenau, hat die Texte zusammengestellt und führt Regie – wie schon in 2015, als wir diese Lesung zuerst aufführten. Musikalisch werden die Jugendlichen von Michael Las Casas dos Santos unterstützt und die Rolle des Predigers in der Lesung übernimmt Pastor Florian Schwarz. Der Eintritt zu der Lesung ist frei.

Noch Weihnachtsgeschenke gesucht?

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Warum nicht mal Bildung verschenken? Ein Gutschein für einen Volkshochschulkurs wäre doch mal eine Idee! Das Mehrgenerationenhaus „Haus der Generationen Stolzenau“ macht in Kooperation mit der Volkshochschule Nienburg  interessante Bildungsangebote vor Ort. Nächste Woche wäre noch Zeit, sich für die im nächsten Jahr beginnenden Kurse, in denen noch Plätze frei sind, hier im Haus anzumelden:

Deutsch als Zweitsprache
Dienstag, 8.1.2019 – 12.3.2019
Ort: Haus der Generationen Stolzenau, Oldemeyerstraße 9
Dauer: 10 Abende
Dozentin: Heike Fuhrmann
Kosten: 39,-€ plus 6,50 für Kopien (bei der Kursleiterin zu entrichten)
Herz- Meditation
Dienstag, 22.1. – 126.03.2019, 18:30 – 19:30 Uhr
Ort: Haus der Generationen Stolzenau, Oldemeyerstraße 9
Dauer: 6 Abende
Dozentin: Anke van den Berk
Kosten: 24,00 €
Das Smartphone/Tablet – Workshop Aufbau
Mittwoch, 16.1.2019 – 30.1.2019, 18:30 – 20:00 Uhr
Ort: Haus der Generationen Stolzenau, Oldemeyerstraße 9
Dauer: 3 Abende
Dozent: Michael Thäte
Kosten: 22,20 €
Das Smartphone/Tablet – Workshop Einstieg
Mittwoch, 13.02.2019 – 27.02.2019, 18:30 – 20:00 Uhr
Ort: Haus der Generationen Stolzenau, Oldemeyerstraße 9
Dauer: 3 Abende
Dozent: Michael Thäte
Kosten: 22,20 €
Herz- Meditation
Dienstag, 19.3. – 14.5.2019, 19:30 – 20:30 Uhr
Ort: Haus der Generationen Stolzenau, Oldemeyerstraße 9
Dauer: 6 Abende
Dozentin: Anke van den Berk
Kosten: 24,00 €
…und als besonderes Highlight – mal ganz was Anderes:
Einführung in das Bridgespiel
Starttermin nach Absprache mit den Teilnehmenden
Ort: Haus der Generationen Stolzenau, Oldemeyerstraße 9
Dauer: 8 Abende
Bitte einfach melden für weitere Informationen!

NeBeL

NEBEL- Netzwerk in der Synagoge 2018-09

Das Netzwerk der Migrationsberatungsstellen im Landkreis Nienburg (NeBeL) informierte sich bei Wolfgang Battermann in der Alten Synagoge Petershagen über die ehemalige Jüdische Gemeinde. Das in Norddeutschland einzigartige Ensemble aus jüdischer Schule, Synagoge mit Mikwe und Friedhof bildet zusammen mit den Stolpersteinen eine beeindruckende Darstellung der Vielfalt jüdischer Kultur und Geschichte in der Mittelweser-Region. Die ExpertInnen aus der Beratung zum Thema Migration und Integration konnten hier viel Neues erfahren und Überschneidungen zu ihren alltäglichen Themen erkennen. Damals wie heute bedeutet Flucht „den Zusammenbruch der privaten Welt“ (Hannah Arendt).

„Auch in ländlichen Regionen gibt es Menschen in Not“

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Sie warben bei Staatssekretärin Kerstin Griese und  Marja-Liisa Völlers (MdB) um politische Unterstützung für das laufende und geplante EHAP-Projekt (v.li.): Nadine Schlier (Fachdienstleitung Jugend und Soziales Samtgemeinde Mittelweser), Jens Beckmeyer  (Samtgemeindebürgermeister Mittelweser) Sozialstaatsekretärin Kerstin Griese (SPD),  Uwe Folk (Samtgemeinde Liebenau), Marja-Liisa Völlers MdB (SPD), Matthias Mente (Verein Herberge zur Heimat Nienburg e.V.), Ute Müller (Haus der Generationen Stolzenau e.V.), Ulla Althoff (EHAP Administration Verein Herberge zur Heimat Nienburg e.V.)

 

Auf Vermittlung der heimischen Bundestagsabgeordnete Marja-Liisa Völlers (MdB) wurde eine Delegation des EHAP-Kooperationsverbundes aus dem Landkreis Nienburg kürzlich von der Parlamentarischen Staatssekretärin für Arbeit und Soziales Kerstin Griese im Reichstag empfangen. Die Kreis-Nienburger bedankten sich, dass der Gesprächswunsch von Kerstin Griese trotz Fußverletzung und Verpflichtungen auf der Regierungsbank während der laufenden Bundestagsdebatte erfüllt wurde.

EHAP steht für „Europäischer Hilfsfonds für die am stärksten benachteiligten Personen“. Der Fonds will die Zahl der von Armut gefährdeten Menschen reduzieren und die sozialeIntegration verbessern. Der Verein Herberge zur Heimat Nienburg e.V. als Träger führt seit 2016 kooperativ mit der Samtgemeinde Liebenau und dem Landkreis Nienburg das Projekt „Teilhabe in der Peripherie – Inklusion von besonders Benachteiligten auf dem Lande“ durch. Während sich die Samtgemeinde verstärkt um EU-Zugewanderte kümmert, konnte der Herbergsverein die Arbeit mit Wohnungslosen und von Wohnungslosigkeit bedrohten Personen intensivieren.

„Über 500 Personen sind in Liebenau insbesondere aus Rumänien, Bulgarien und Polen zugewandert“, berichtet Uwe Folk von der Samtgemeinde. Besonders benachteiligten EU-Zugewanderten hätten Beratungs- und Unterstützungsleistungen des regulären Hilfesystems zugänglich gemacht werden können.

Der Verein Herberge zur Heimat Nienburg konnte dank der EU-Förderung, die zu 10% aus Bundesmitteln aufgestockt wird, bisher über 300 Wohnungsnotfälle an das reguläre Hilfesystem anbinden und sozialräumliche Netzwerke knüpfen, berichtete Sozialarbeiter Matthias Mente.

Um die bisher gesammelten Erfahrungen ausbauen und weiterentwickeln zu können, hat der Verein Herberge zur Heimat Nienburg als Hauptprojektträger den bisherigen Kooperationsverbund erweitert. Neben dem Haus der Generationen in Stolzenau und Bethel im Norden (Freistatt) gelang es, die Samtgemeinde Mittelweser als neue Kooperationspartnerin zu gewinnen. Mit dem Projekt „BIBA Land“ Beraten, Integrieren, Begleiten, Ankommen in der Mitte Niedersachsens“ sollen besonders benachteiligten neuzugewanderten Unionsbürgern/-innen an das reguläre Hilfesystems angebunden werden. Die Ansprache, Beratung und Information der Unionsbürgern/-innen soll vom Haus der Generationen Stolzenau im Südkreis des Landkreises Nienburg und den Beraterinnen und Beratern der Samtgemeinde Liebenau im Nordkreis vorgenommen werden.

Die Ansprache, Beratung und Begleitung wohnungsloser oder von Wohnungslosigkeit bedrohter Personen zu lokal oder regional vorhandenen Hilfeangeboten sollen für den Landkreis Nienburg von der Beratungsstelle WOHNWEGE des Vereins Herberge zur Heimat Nienburg und für die Region Nordost des Landkreises Diepholz von Bethel im Norden durchgeführt werden. „Wir würden uns freuen, wenn das Projekt 2019 in erweiterter Form fortgeführt werden könnte“, votierten der Bürgermeister der Samtgemeinde Mittelweser Jens Beckmeyer und die Leiterin des Stolzenauer Mehrgenerationenhauses „Haus der Generationen“ Ute Müller um politischen Rückenwind bei den Politikerinnen.

Der erweiterte Kooperationsverbund freute sich über die kürzlich ergangene Mitteilung, dass er nun für das Antragsverfahren zugelassen ist. „Es braucht die Entwicklung kreativer Formate aufsuchender Beratung in unserer strukturschwachen Region“, machte Ulla Althoff vom Verein Herberge zur Heimat Nienburg mit Blick auf die Zielgruppen deutlich und traf bei Sozialstaatssekretärin Kerstin Griese auf offene Ohren: „Es ist gut und wichtig, Hilfsangebote für diesen Personenkreis in ländlichen Regionen vorzuhalten.“

Neues aus dem Haus der Generationen Stolzenau

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 Die beiden Teams, die sich kürzlich  zu einer gemeinsamen Besprechung trafen, sind von ganz unterschiedlichen Institutionen  – und haben dennoch inzwischen viele Berührungspunkte. Samtgemeindebürgermeister Jens Beckmeyer und Fachdienstleiterin Nadine Schlier hatten sich die Zeit genommen, mit den für die Sachbearbeitung im Bereich Asyl und Flüchtlinge Zuständigen Mario Gimpel und Anne-Kathrin Guse ins Haus der Generationen Stolzenau zu kommen und sozusagen an der wöchentlichen Teambesprechung dort im Haus teilzunehmen. Die für die Koordination des Mehrgenerationenhauses und der Migrationsarbeit verantwortliche Leiterin Ute Müller hatte dazu eingeladen: „Es gibt bei uns einige Veränderungen im Haus und im Team, und da die Samtgemeinde einer unserer engsten Kooperationspartner ist, sollte dies Anlass für ein persönliches Gespräch sein.“ 

Das Haus der Generationen bietet mit 60 Beratungsstunden und 40 Stunden Offenem Treff pro Woche eine kontinuierliche offene Anlaufstelle, die durch verschiedene Bildungsangebote wie Hausaufgabenhilfe, Lernförderung oder interkulturelle Gesprächskreise ergänzt wird. Erfreut zeigte man sich über die Mitteilung, dass im Haus der Generationen seit Anfang November ein landesgeförderter Flüchtlingssprachkurs durch das Verdi-Bildungswerk angeboten werden kann, der sich besonders an Frauen richtet. „Das ist endlich eine Chance für die Frauen, die bisher dazu keine Möglichkeit hatten und für die eine Kursteilnahme in Nienburg durch die familiären Verpflichtungen sehr schwierig ist“, so Nadine Schlier. Eine der Dozentinnen ist Heike Fuhrmann, die schon seit Jahren im Haus als Freiwillige arbeitet und besonders Kinder und Frauen unterstützt. 
Möglich wird der Kurs, weil seit kurzem ein zusätzlicher Raum für die Arbeit zur Verfügung steht, denn der Bioladen „ist in den Ruhestand gegangen“, so Peter Jilani, „und ich werde Ende Dezember dasselbe tun“. Das wird nach den vielen Jahren der Zusammenarbeit neben der räumlichen Vergrößerung eine weitere große Veränderung im Haus sein. Doch der Abschied wird erleichtert durch die neue Mitarbeiterin Hannah Möller, die seit Mitte September hier tätig ist. Die studierte Pädagogin und Sonderpädagogin hat sich schon hervorragend eingearbeitet und einen guten Draht zu den Menschen im Haus gefunden, für die sie weitere Bildungsangebote initiieren möchte, z.B. zur Stärkung von Familien. „Eigentlich sind solche Stellen im Moment kaum adäquat zu besetzen, da haben wir einfach großes Glück gehabt“, so Ute Müller. Und Peter Jilani kann seine Arbeit beruhigt in jüngere Hände legen, nicht nur in die von Hannah Möller, sondern auch von Ebru Öztürk, die einen Bachelor in Soziologie hat und schon seit Anfang 2016 hier beschäftigt ist. Sie schreibt gerade an ihrer Masterarbeit im Fach „Gender Studies“ und wird ihre Stunden im nächsten Jahr  noch aufstocken: „Ich habe mich in die sozialrechtliche Beratung in den fast zwei Jahren sehr gut eingearbeitet und möchte da auch meinen Schwerpunkt legen und meine Erfahrungen ausbauen.“  Nicht zu vergessen ist natürlich der große Vorteil, dass Ebru Öztürk türkische Muttersprachlerin ist. Auch die Sprachen Kurdisch, Arabisch, Farsi, sowie natürlich Englisch und Französisch werden im Haus von den hauptamtlich oder ehrenamtlich Mitarbeitenden gesprochen, wovon schon viele andere Institutionen wie Schulen, Kindergärten, Arztpraxen und nicht zuletzt die Verwaltung der Samtgemeinde profitiert haben, da immer unbürokratisch eine Sprachmittlung organisiert werden kann, wie auch Mario Gimpel bestätigt. 
Abschließend stellte Jens Beckmeyer die Frage, was denn wohl am dringendsten und wichtigsten sei, um die Integration der Neuzugewanderten in die Gemeinde weiter zu fördern. Alle BeraterInnen waren sich einig: Sicher gibt es da viele Punkte, doch ein Problem, das die Menschen besonders belastet, kann hier vor Ort gar nicht gelöst werden: Die Sorge um die in den Heimatländern zurückgebliebenen Familienmitglieder und die Frage, was werden soll, wenn der subsidiäre Schutz auf Dauer nicht zum Familiennachzug berechtigt, stehen sehr oft dem wirklichen „Ankommen“ entgegen. Denn wer kann schon unbelastet lernen, arbeiten und sich in seinem neuen Umfeld wohlfühlen, wenn er Angst haben muss, dass er seine Familie nicht mehr wieder sieht? In solchen Situationen brauchen Menschen mehr als Beratung, hier bedarf es einer Begleitung bei der Suche nach dem richtigen Weg, auf dem das Leben weitergehen kann. „Dieser Aufgabe stellen wir uns auch in den nächsten Jahren, wir gehen von einer Weiterförderung als Mehrgenerationenhaus und Beratungsstelle aus, denn der Bedarf ist nach wie vor groß“, sagt Ute Müller. 

Dies wurde auch von Seiten der Samtgemeinde bestätigt und betont, wie froh man dort über die langjährige Arbeit mit Geflüchteten im Mehrgenerationenhaus sei, denn „sonst hätten wir die Anforderungen durch den vermehrten Zuzug von geflüchteten Menschen seit 2015 nie so gut bewältigen können“, ist Jens Beckmeyer ebenso wie seine MitarbeiterInnen überzeugt.