Neues aus dem Haus der Generationen Stolzenau

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 Die beiden Teams, die sich kürzlich  zu einer gemeinsamen Besprechung trafen, sind von ganz unterschiedlichen Institutionen  – und haben dennoch inzwischen viele Berührungspunkte. Samtgemeindebürgermeister Jens Beckmeyer und Fachdienstleiterin Nadine Schlier hatten sich die Zeit genommen, mit den für die Sachbearbeitung im Bereich Asyl und Flüchtlinge Zuständigen Mario Gimpel und Anne-Kathrin Guse ins Haus der Generationen Stolzenau zu kommen und sozusagen an der wöchentlichen Teambesprechung dort im Haus teilzunehmen. Die für die Koordination des Mehrgenerationenhauses und der Migrationsarbeit verantwortliche Leiterin Ute Müller hatte dazu eingeladen: „Es gibt bei uns einige Veränderungen im Haus und im Team, und da die Samtgemeinde einer unserer engsten Kooperationspartner ist, sollte dies Anlass für ein persönliches Gespräch sein.“ 

Das Haus der Generationen bietet mit 60 Beratungsstunden und 40 Stunden Offenem Treff pro Woche eine kontinuierliche offene Anlaufstelle, die durch verschiedene Bildungsangebote wie Hausaufgabenhilfe, Lernförderung oder interkulturelle Gesprächskreise ergänzt wird. Erfreut zeigte man sich über die Mitteilung, dass im Haus der Generationen seit Anfang November ein landesgeförderter Flüchtlingssprachkurs durch das Verdi-Bildungswerk angeboten werden kann, der sich besonders an Frauen richtet. „Das ist endlich eine Chance für die Frauen, die bisher dazu keine Möglichkeit hatten und für die eine Kursteilnahme in Nienburg durch die familiären Verpflichtungen sehr schwierig ist“, so Nadine Schlier. Eine der Dozentinnen ist Heike Fuhrmann, die schon seit Jahren im Haus als Freiwillige arbeitet und besonders Kinder und Frauen unterstützt. 
Möglich wird der Kurs, weil seit kurzem ein zusätzlicher Raum für die Arbeit zur Verfügung steht, denn der Bioladen „ist in den Ruhestand gegangen“, so Peter Jilani, „und ich werde Ende Dezember dasselbe tun“. Das wird nach den vielen Jahren der Zusammenarbeit neben der räumlichen Vergrößerung eine weitere große Veränderung im Haus sein. Doch der Abschied wird erleichtert durch die neue Mitarbeiterin Hannah Möller, die seit Mitte September hier tätig ist. Die studierte Pädagogin und Sonderpädagogin hat sich schon hervorragend eingearbeitet und einen guten Draht zu den Menschen im Haus gefunden, für die sie weitere Bildungsangebote initiieren möchte, z.B. zur Stärkung von Familien. „Eigentlich sind solche Stellen im Moment kaum adäquat zu besetzen, da haben wir einfach großes Glück gehabt“, so Ute Müller. Und Peter Jilani kann seine Arbeit beruhigt in jüngere Hände legen, nicht nur in die von Hannah Möller, sondern auch von Ebru Öztürk, die einen Bachelor in Soziologie hat und schon seit Anfang 2016 hier beschäftigt ist. Sie schreibt gerade an ihrer Masterarbeit im Fach „Gender Studies“ und wird ihre Stunden im nächsten Jahr  noch aufstocken: „Ich habe mich in die sozialrechtliche Beratung in den fast zwei Jahren sehr gut eingearbeitet und möchte da auch meinen Schwerpunkt legen und meine Erfahrungen ausbauen.“  Nicht zu vergessen ist natürlich der große Vorteil, dass Ebru Öztürk türkische Muttersprachlerin ist. Auch die Sprachen Kurdisch, Arabisch, Farsi, sowie natürlich Englisch und Französisch werden im Haus von den hauptamtlich oder ehrenamtlich Mitarbeitenden gesprochen, wovon schon viele andere Institutionen wie Schulen, Kindergärten, Arztpraxen und nicht zuletzt die Verwaltung der Samtgemeinde profitiert haben, da immer unbürokratisch eine Sprachmittlung organisiert werden kann, wie auch Mario Gimpel bestätigt. 
Abschließend stellte Jens Beckmeyer die Frage, was denn wohl am dringendsten und wichtigsten sei, um die Integration der Neuzugewanderten in die Gemeinde weiter zu fördern. Alle BeraterInnen waren sich einig: Sicher gibt es da viele Punkte, doch ein Problem, das die Menschen besonders belastet, kann hier vor Ort gar nicht gelöst werden: Die Sorge um die in den Heimatländern zurückgebliebenen Familienmitglieder und die Frage, was werden soll, wenn der subsidiäre Schutz auf Dauer nicht zum Familiennachzug berechtigt, stehen sehr oft dem wirklichen „Ankommen“ entgegen. Denn wer kann schon unbelastet lernen, arbeiten und sich in seinem neuen Umfeld wohlfühlen, wenn er Angst haben muss, dass er seine Familie nicht mehr wieder sieht? In solchen Situationen brauchen Menschen mehr als Beratung, hier bedarf es einer Begleitung bei der Suche nach dem richtigen Weg, auf dem das Leben weitergehen kann. „Dieser Aufgabe stellen wir uns auch in den nächsten Jahren, wir gehen von einer Weiterförderung als Mehrgenerationenhaus und Beratungsstelle aus, denn der Bedarf ist nach wie vor groß“, sagt Ute Müller. 

Dies wurde auch von Seiten der Samtgemeinde bestätigt und betont, wie froh man dort über die langjährige Arbeit mit Geflüchteten im Mehrgenerationenhaus sei, denn „sonst hätten wir die Anforderungen durch den vermehrten Zuzug von geflüchteten Menschen seit 2015 nie so gut bewältigen können“, ist Jens Beckmeyer ebenso wie seine MitarbeiterInnen überzeugt. 

Seminar Wiedereinstieg

Herausforderungen im Job erfolgreich meistern

„Ich weiß gar nicht, wo mir der Kopf steht“ – viele Frauen kennen dieses Gefühl. Insbesondere beim (Wieder-) einstieg in den Job oder dem Erklimmen höherer Stufen der Karriereleiter stellen sich immer wieder neue Herausforderungen. Wie Sie lernen, diese zielgerichtet zu meistern, erfahren Sie im Seminar „Wie kann ich mit neuen Vorhaben erfolgreich sein?“. Dieses bietet die Koordinierungsstelle frau+wirtschaft im Landkreis Nienburg am Dienstag, 14. Februar 2017 von 9.15-12.30 Uhr als Outdoorseminar in Stolzenau an. Veranstaltungsort ist das Haus der Generationen Stolzenau e. V., Oldemeyerstr. 9, 31592 Stolzenau.

Anmeldungen werden bis zum 7. Februar unter 05021-92291-95 oder info@frau-und-wirtschaft-ni.de entgegengenommen.

Lesung im Alten Amtsgericht Petershagen

 

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Prof. Dr. Guy Stern, Detroit/USA,  stellt seine Autobiographie vor

Mittwoch, 16. November 2016, 19 Uhr

im Amtsgericht Petershagen, Hauptstraße 16.

 

Erneut besucht Guy Stern Petershagen auf seiner Deutschlandreise, die ihn nach Berlin, München, Halberstadt und eben auch nach Petershagen führt! Dort weiß man das sehr zu würdigen, weil dieser Besuch neben seinen Reisen in die deutschen Großstädte keine Selbstverständlichkeit ist. Besonders freuen sich die Mitglieder und der Vorstand der AG Alte Synagoge über diesen – bereits dritten – Besuch von Professor Stern.

Er wird über seine Kindheit in der Weimarer Republik berichten, über die 30er-Jahre in Deutschland, die Nazi-Zeit, seine Emigration und den 2. Weltkrieg, aber auch über den Verlust seiner Eltern und Geschwister in den Vernichtungslagern.

Ebenso wird er über Camp Ritchie in den USA erzählen und seine Rolle als Ritchie Boy in Europa, seinen Lehrauftrag als Professor, seine Exilliteraturforschung, seine Gastprofessuren in Deutschland, seine Ehrungen u.v.m. Auch auf seine Besuche in Vlotho, der Heimat seiner Mutter, und seine damit verbundenen Kindheitserinnerungen beim Großvater Israel Silberberg wird er eingehen.

Wir wissen, dass er sich über die Begegnung mit Mitgliedern der Mendel-Grundmann-Gesellschaft freuen würde.

 

2004 drehte Christian Bauer einen bemerkenswerten Film über Guy Stern und andere Ritchie Boys. Immer wieder kam und kommt er nach Deutschland. Er lehnt Pauschalurteile bis heute ab und hat einen differenzierten Blick. In Detroit ist er Direktor eines Holocaust-Museums. Zu seinen Auszeichnungen gehört das Große Verdienstkreuz der Bundesrepublik Deutschland, außerdem ist er Ehrenbürger seiner Geburtsstadt Hildesheim.

Prof. Stern wird außerdem am Mittwochmorgen von 8:15 bis 9:50 Uhr am Gymnasium vor 250 Schülern und Schülerinnen der EF und der Q 2 sprechen und deren Fragen beantworten.

 

Die AG Alte Synagoge Petershagen lädt Sie herzlich ein und

würde sich über Ihre rege Teilnahme sehr freuen!

 

Eintritt frei.

 

Veranstalter: Arbeitsgemeinschaft Alte Synagoge Petershagen e.V.

 

Kontakt: Wolfgang Battermann, AG Alte Synagoge Petershagen,
Tel. 05707 1378, info@synagoge-petershagen.de

Musikalische Veranstaltung unseres Kooperationspartners Alte Synagoge Petershagen

Ein Hebräisches Capriccio
Der Komponist und Gitarrist Ariel Lazarus stellt sich vor

Mittwoch, 24. August 2016, 19:00 Uhr

Alte Synagoge Petershagen, Goebenstr. 5+7

 

Ariel Lazarus ist der Urenkel des letzten jüdischen Kantors in Lübbecke, seine Mutter sephardischer Abstammung. Er selbst lebt mit seiner Familie in Rehovot, Israel. Seine Kompositionen nehmen diese sehr unterschiedlichen Einflüsse auf: Elemente der Synagogalmusik, israelische Klänge, spanischer Flamenco und westliche klassische Musik verschmelzen in seinen Werken.

Der junge Komponist wird an diesem Abend einen Einblick in sein Leben und seine Musik geben. Begleitet wird er hierbei von Aaron Müller, Geige (Berlin) und Katrin Langewellpott, Cello (Osnabrück).

Ariel Lazarus studierte am Hed College in Tel Aviv und an der Universität von Oklahoma City klassische Gitarre und Komposition. Sein Promotionsstudium setzte er dann bei den israelischen Komponisten Gideon Lewensohn und Betty Olivero an der Bar-Ilan-Universität fort.

Seine sinfonischen Werke wurden vom Raanana Symphony Orchester Israel uraufgeführt und seine Kammermusik von verschiedenen Musikern in Deutschland, Frankreich, Luxemburg, Ungarn und Israel und in den USA. Die Tonsprache von Ariel Lazarus ist einzigartig unter den zeitgenössischen Komponisten Israels. Zur Zeit arbeitet Ariel Lazarus als Dozent am Academic College in Ono, der School of Jazz in Rimon und dem Academic College of Education in Givat Washington.

 

Anmeldung wegen begrenzter Platzzahl bitte namentlich:
bei Wolfgang Battermann Tel. (05707) 1378 oder 2389 wegen begrenzter Platzzahl. Danke!


Eintritt frei, um Spenden wird gebeten


Veranstalter: Arbeitsgemeinschaft Alte Synagoge Petershagen (AG ASP)
in Kooperation mit der Gesellschaft für Christlich-Jüdische Zusammenarbeit Minden (GCJZ)


Kontakt: Wolfgang Battermann, AG ASP, Tel. 05707-1378,

info@synagoge-petershagen.de

Internationale Begegnung 2015: 70 Jahre nach Ende des Zweiten Weltkriegs

Ein interessanter Artikel in der Harke vom 6.5.2015 über unser Kooperationsprojekt mit der Dokumentationsstelle Pulverfabrik Liebenau:2015-05-06 Karl Payuk

Ein großer Teil des Workshops sowie das Zeitzeugengespräch mit Karl Payuk fanden im Mehrgenerationenhaus Stolzenau statt.

DSC03182Die Teilnehmenden erfuhren außerdem während eines Rundgangs durch den Ort und über den jüdischen Friedhof viel Neues über die Geschichte der jüdischen Familien aus Stolzenau. DSC03326Zum ersten Mal seit der Verlegung wurden dabei die Stolpersteine in Stolzenau geputzt – von unserem Besuch aus Belarus und der Ukraine!Fotos: privat